Leonniclass

Kunstprojekt: Clonewars

Beitrag

Prolog

Unser aktuelles Projekt im Profil für Kommunikation und Design hört auf den Namen Clonewars, doch was verbirgt sich dahinter?

Clonewars ist das erste Projekt meiner Klasse, der Gy17C, was ausschließlich digital fertigzustellen gilt. Es ist für viele das erste Arbeiten mit Gimp, oder mit dem Rechner an sich. Daher erscheint vielleicht auch unsere Aufgabe für den ein oder anderen Photoshop-Experten schon simpel: Das Duplizieren seiner selbst in einem einzelnen Bild.

Dies ermöglicht natürlich eine eigene schöne Implementation von Geschichten und Bedeutungen in sein digitales Werk; Schauen wir doch mal, ob ich etwas dergleichen umgesetzt habe!

Idee

Einfach verschieden Posen von mir selbst zu fotografieren, ausschneiden und zusammenzufügen wäre mir nicht professionell genug gewesen. Mein erster Einfall war daher mir erst mal die Arbeit mit der Hilfe eines Stativs zu erleichtern und das Werk so realistischer zu gestalten. Wieso das so sein sollte? Nun, mit einem Stativ kann man Fotos aus der exakt gleichen Position aufnehmen und man kann so in der Nachbearbeitung sich einiges an Zeit sparen, da nun alles, außer ich in unterschiedlichen Posen selbst, sich im Bild überlappt. Dazu hat man den Vorteil das man seinen eigenen reellen Schatten mit ausschneiden kann und so keinen erkennbar fälschen muss.

Aber was will ich darstellen?

Multiple Facetten seiner selbst; Das war meine erste Idee und ich wusste sofort das man das Kreativ präsentieren kann. Und dann dachte ich an die Art und Weise wie so was oft in Serien, dargestellt wird: Ein Engel und ein Teufel sitzend auf einer Schulter diskutieren um sich, wägen Argumente und ihre Meinungen ab, aber die Person mit dem Kopf dazwischen selbst ist nie komplett für eine Seite. Mehr wie ein Grauton. Nicht Schwarz nicht weiß, nein die Mischung des stärksten Kontrastes, wie gut und böse, Engelchen und Teufelchen.

So kam ich dazu meine Klone unterschiedlich zu Kleiden. Es sollte eine Klongruppierung in schwarz auf der einen Seite gäben und eine in weiß auf der Anderen. Dazu sollte sich in der Mitte das bereits erwähnte grau als Mittelwert für alles befinden.

Aber da Farbe und Position in der Differenzierung der Facetten nicht ausreicht wollte ich sie auch noch unterschiedlich ausstatten. So wollte ich dem einem Klon eine Kamera geben, dem anderen Kopfhörer und daher packte ich zum Shooting-Termin auch jeweilige Gegenstände ein. Als Location für meine Idee kannte ich bereits einen guten Platz, ein großer Betonsitzplatz hinter dem Gustav Heinemann Bürgerhaus.

Wie verlief die Arbeit nun?

Nach der Planung ging es nun an das Einpacken und Transportieren meiner Ausrüstung für die Klonaufnahmen zum Ersten Lesumer Fernsehen, ein Verein in dem ich Mitglied bin und welcher im naheliegenden Bürgerhaus stationiert ist. Vorort schnappte ich mir eine Kamera mit Fernsteuerung + Stativ und baute es an meiner Location auf. Die Fernsteuerung zeigte mir, wo ich mich wie platzieren konnte und markierte so ausreichend Sitzplätze für die Klone mit Kreide auf dem Beton.

Nun ging es an das Fotografieren. Zuerst kleidete ich mich schwarz, erledigte so die linke Bildhälfte, dann in weiß für die rechte Bildhälfte, natürlich jeweils mit differenzierten Posen und Gegenständen und letzten Endes in grau im Mittelpunkt der beiden Gruppierungen. Teils habe ich spontan mir noch paar Schwierigkeiten zum Ausschneiden geschaffen, womit das überlappen von Klonen gemeint ist, damit im Endeffekt auch eine gewisse Leistung in der Nachbearbeitung zu finden sein sollte und die Klone nochmal authentischer wirken lässt.

Wie verlief die Zusammenfügung?

Ich nutzte die aktuelle Version Adobes Photoshop und habe erst mal alle Bilder in ein Projekt geladen. Daraufhin habe ich die Klone wie folgt ausgeschnitten:

(Meine erste Ebene ist dabei Rot markiert, dementsprechend auch der Klon oben links)

Wer an solcher Bearbeitung mehr interessiert ist findet unten noch ein Speed Art, wo ich mein Projekt rekonstruiert habe.

Daraufhin folgte nur noch eine leichte Farbkorrektur (CC). Dabei sorgte ich für mehr Kontrast und einen leichten Blaustich, welcher die Stimmung des Werkes nochmal verstärken sollte.

Hier der Vergleich:

Auf welche Probleme bist du gestoßen?

Mein erstes Problem war der Vegesacker Markt: Meine Location war praktisch direkt neben dem Markt und dem entsprechend gab es viele Passanten vor Ort, weshalb da bei mir der Datenschutz eingriff und ich so nicht direkt im Betonkreis fotografieren konnte ohne Fremde Menschen unfreiwillig und ohne Erlaubnis im Bild zu haben, aber dafür konnte ich dann auf der abgelegenen Treppe daneben mein Projekt umsetzen und mit dem richtigen Winkel aus der tiefsten Position, gelang so niemand unfreiwillig ins Bild.

Problem Nummer 2 bezieht auf meine Idee mit dem festen Stativ, wodurch sich eigentlich alle Ebenen perfekt überlappen sollte, aber da die Natur ja ihren Lauf nimmt, gab es Differenzen in der Flora durch den Wind in den Aufnahmen und da die Aufnahmen auch durch das Umkleiden sehr kostspielig waren, änderte sich der Sonnenstand in einigen Bildern, was aber durch genaues Ausschneiden einiger Klone im Endprodukt verhindert werden konnte.

Mein kleinster Problem dahingegen waren meine eigenen minimalen langen Schatten im Bild die teils eine unterschiedliche Helligkeit entlang einiger Schnittkanten verursachten, was aber mit dem weichen Radieren der Kanten behoben worden ist und so saubere Übergänge erzeugt wurden.

Warte was ist das?!

Mein Clonewarsprojekt beinhaltet wesentlich mehr als nur 13 Klone…“warte 13? Hier sitzen doch nur 10!“ Richtig gehört hier sind die anderen 3 versteckt:

 

„Und wer ist das?“ Ach, was soll mein lieber Kameramann Sebastian einfach nur rumstehen und Zack wurde er, während ich mich umkleidete, auch noch geklont.

 

Ein weiteres Easteregg ist meine moderne „Engelchen und Teufelchen“-Version, die dem grauen Gesamt-Ich in der Mitte untergeordnet sind. Statt Hörner und Heiligenschein, gibt es schwarzweiße Kopfhörer. Die Szene lässt sich auch gut mit dem Drei-Instanzen-Modell von Sigmund Freud vergleichen, wobei das graue Gesamt-Ich das Ich nach dem Strukturmodell der Psyche ist, und es sich bei dem schwarzen und weißen Klonen jeweils um das Es und Über-Ich handelt.

 

„Das ist doch nachträglich gemacht worden, oder?“ Nein der fliegende Hut ist echt – Mehr oder weniger; Es handelt sich eigentlich nur um einen Schnappschuss, dessen Hintergrundgeschichte ich offen lassen möchte.

Fazit

Letzten Endes kann ich nur sagen das es mir viel Spaß gemacht hat und ich auch zufrieden hinter meinem Ergebnis stehen kann. Ich freue mich viele Kleinigkeiten mit eingeplant und dann noch umso mehr auch noch spontan verbaut zu haben, was einerseits die Planung, Umsetzung und Post Production, als auch mein Werk zu betrachten spaßiger macht, also gerne mehr!

Hier ist nochmal das bereits erwähnte kleine Speedart als Bonus dazu, indem ich mein Projekt ein 2. mal auf Aufnahme umsetzte:

Ein genaues Tutorial folgt bald auf meinen Zweitkanal Leonniclass Arts!

Aufgabe aus „Gimp: Begegnung mit deinem selbst“

Fasse die Informationen zusammen! Wofür sind die Werkzeuge geeignet?

Rechteckig / Elliptisch:

  • Wählt rechteckige, elliptische oder runde Formen aus. Ist sinnvoll, wenn man im Falle des Rechtecks Gerade an Konturen, oder ähnlichem entlang auswählen will.

Lasso:

  • Das Lasso ist für manuelle Auswahlen gedacht, praktisch bei Personen, Kleidung und Gegenständen mit einer recht dynamischen Kontur.

Zauberstab:

  • Der Zauberstab wählt beim Klicken auf ein Bild den angeklickten Farbbereich aus. Hilfreich bei monochromen Flächen.

Magnetische Schere:

  • Die magnetische / intelligente Schere erzeugt im mit dem ihr ausgewählten Bereich eine Auswahl entlang einer ausreichend kontrastreichen Farbkante.

Ablauf:

10.08.2018 – Ideenfindung, erste Notizen.

15.08.2018 – Ausarbeitung meiner Idee.

22.08.2018 – Idee steht, Planung nun ebenfalls.

29.08.2018 – Umsetzung durch Regen heute gescheitert.

31.08.2018 – Produktion Fotos werden geschossen.

31.08.2018 – Editing und Nachbearbeitung.

09.09.2018 – Erste Einbindung in die VID

13.09.2018 – Letzte Ergänzungen: Speed Art und kleine Korrekturen, Anschließende Veröffentlichung auf der VID.

Eine Antwort

  1. Top erklärender und informativer Blog über die Umsetzung des Projekts. Außerordentlich gute Wortauswahl mit dezenten Fachbegriffen, die dem Ganzen das gewisse Etwas verleihen!
    Dazu kommen die AMAAAZING Bilder, welche mit höchster Leistung umgesetzt wurden
    Ingesamt ein außerordentlich perfektes Kunstwerk von Ideen, welche mit gutem Ausdruck versehrt wurden!

    11/10
    LG Das Teufelchen (Kappa)

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Leon Niclas Kraft

Leon Niclas Kraft

Abiturient 2020 im Profil für Kommunikation und Design. Angehender Student im Studiengang Digitale Bremen an der Universität Bremen.
3D-Modeling und Rendering, Grafikdesign und Motiondesign.