Leonniclass

Deutsch – KEL

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Zielorientiertes Arbeiten mit Literatur

Ein Auszug mit Bezug auf die praktische Arbeit meiner Klausurersatzleistung rund um das Thema wie man zielorientiert mit Literatur am Beispiel des Buches „Das Leben des Galilei“ von Berthold Brecht arbeiten kann:


Dieses an die „Times“ angelegte Titelblatt soll gegen die Kirche aus der Perspektive Galileis und der Wissenschaft schreiben.

[…]Für die Umsetzung musste ich 2 Titelblätter anfertigen: Eines der Kirche, gegen die Wissenschaft, Galilei und das heliozentrische Weltbild und eines Galileis, gegen die Kirche und ihr geozentrisches Weltbild.

Ich begann zuerst mit dem Titelblatt Galileis. Dieses sollte aufklären, dass die Kirche weniger ein Ort Gottes ist, sondern mehr ihre finanziellen Interessen mit ihrer Macht decken möchte und ihr religiöses Ansehen dafür ausnutzt. Recht eindrucksvoll finde ich hier die bereits im Stück beschriebene Bildebene mit einer Maske und einem abgebildeten religiösen Symbol. Diese übernahm ich daher auch in Form der Taubenmaske. Die Taube steht wie bereits erwähnt für ein Zeichen des Heiligen Geistes und ist als Maske so zu interpretieren, dass die Kirche nur ihren religiösen Schein für eigene Interessen benutzt. Diese finanziellen und politischen Interessen möchte ich daraufhin verstärken, in dem ich den Maskenträger einem Anzug verleihe, da diese meist mit Politikern, oder Wirtschaftsmächten assoziiert werden. Die Figur sollte dabei möglichst die gesamte Bildfläche einnehmen um die Wirkung einer mächtigen Person zu erzeugen, was durch einen möglichst dunklen und dadurch unbekannten Hintergrund verdeutlicht werden soll. Allgemein gestaltete ich ein Titelblatt nach dem Stil des Nachrichtenmagazins „Time“ aus den Vereinigten Staaten, um so eine Relation zur heutigen Realität zu schaffen. Die Time wählte ich als professionelles Magazin und dementsprechend ist auch der Stil des Titelblattes. Als reines Nachrichtenmagazin ist die Time eine eher neutrale Informationsquelle und dementsprechend passt dies zum Charakter des gelehrten Galileis, welcher durch seine Forschungen ein neues Weltbild publizieren wollte und daher aus seinem geschöpften Wissen für ein Umsturz des aktuellen Weltbildes war.

Die Time-Titelblätter besitzen nur wenige Bildkomponenten, so gesellt sich daher meist nur eine Fotografie zu einem genauso gering ausfallendem Text, gegliedert in Titel, Untertitel und meist noch eine Erwähnung der wichtigsten Punkte der vorliegenden Ausgabe. Die Texte verfasste ich dabei auf Englisch, da es so in der Time ebenfalls als US-amerikanische Zeitschrift der Standard ist.

Ich wählte den Titel „Gods wrong representative“ (Gottes falsche Verterter), um so wie Galileo nicht gegen den Glauben allgemein zu stehen, sondern nur die Kirche kritisch zu betrachten. Weitere Bildelemente, wie der Untertitel „Religion exposed“ sollen hierfür verstärkend werden.

Für die Perspektive der Kirche wählte ich die deutsche Tageszeitung Bild, welche dafür bekannt ist ihre eigene Meinung in Artikeln zu integrieren, oder sogar nur für Verkaufszahlen Artikel trotz mangelnder Quellen drucken zu lassen und daher auch schon oft in der Kritik steht.

Ein Titelblatt einer Bildausgabe, welches gegen Galilei hetzen soll.

Die Optik des Titelblattes entspricht somit einer Bild-Ausgabe. So findet sich eine quadratische Anordnung unterschiedlich großer Artikel, wobei meist der relevanteste Artikel am größten und auffälligsten gestaltet wird. Im Falle der Ausgabe aus der Perspektive gegen das heliozentrische Weltbild und dem Wissenschaftler Galilei steht daher ein Artikel im Vordergrund, der gegen Galilei polarisieren soll. Diese Polarisierung sollte bereits mit einer Hyperbel im Titel erkennbar werden: „Wie ein Mann sein Leben gegen Gott geht“. Weitere Bildelemente bekräftigen dies, oder gelten der charakteristischen Gestaltung der Kirche. So findet sich zum Beispiel ein Artikel mit dem Titel „Diese Dinge spendeten Sie, um in den Himmel zu kommen!“ wieder, welcher nochmal die Interessen und dafür verwendeten Mittel um diese durchzusetzen visualisieren soll. […]

Als kleine Reflexion möchte ich hier noch anmerken, dass ich selbst unzufrieden mit meinem Ergebnis bin, aber aus Zeitmangel durch das Arbeiten an wichtigeren schulischen Projekten leider nichts in diesem Rahmen verbessern konnte.

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Leon Niclas Kraft

Leon Niclas Kraft

Abiturient 2020 im Profil für Kommunikation und Design. Angehender Student im Studiengang Digitale Bremen an der Universität Bremen.
3D-Modeling und Rendering, Grafikdesign und Motiondesign.