Leonniclass

„Rubin lady“ – Digitale Kopfplastik

Beitrag

Werkanalyse (Schulaufgabe)

Allgemeine Daten (Stichwortartig)

  • Kopfplastik
  • Digitales Werk
  • Künstler: LNK
  • Modelliert mit Cinema 4D
  • Gerendert mit Cinema 4D Software Renderer und PBR Octane
  • Größe: Breite 21cm, Tiefe 22cm, Höhe 25cm
  • Polygonanzahl: 799.232
  • Erstellt am: 1. März 2019
  • Darstellung: lachende Frau in rot

Bei dem digitalen Werk des Künstlers LNK handelt es sich um eine Kopfplastik mit dem Titel „Rubin lady“, die durch mehrere Renderings allansichtig wird. Die Kopfplastik ist rot glänzend jedoch handelt es sich nicht um eine monotone Textur, denn es sind viele Gradationen zu jeweils helleren, oder dunkleren Rottönen zu erkennen. Sie verlaufen dabei wie Flüssigkeiten auf einer Fläche ineinander und durch die glänzende Oberfläche erinnert das Material stark an seltene und Wertvolle Gesteine.

Die dargestellte Person entspricht den stereotypen einer Frau durch schulterlange Haare und einer sschmalen Gesichtsform. Sie besitzt dabei einen leicht geöffneten Mund mit hochgezogenen Mundwinkeln, welche an den Seiten leichte Falten in der Haut bilden. Dies gilt auch für die Augenpartien. Die Augen sind durch hochgezogene Wangen nur zur Hälfte geöffnet.

Der Künstler erzeugte keinen realistischen Kopf, was einerseits an der Textur erkennbar ist, als auch an den Haaren, sowohl auf dem Kopf als auch den Augenbrauen, welche fehlende detailtreue aufweisen und so die Haare eher strähnenweise modelliert wurden. Fehlendes Detail bei kleinen Elementen zeigt sich ebenfalls im Mund, da Zähne und ein realistischer Mundraum gänzlich fehlt.

Ein weiterer Punkt bezogen auf die Haare ist ihr Verlauf. Sie liegen natürlich auf der, aus der Perspektive des Rezipienten, linken Schulter. Haarspitzen lassen sich jedoch nicht definieren, da es sich um eine Kopfplastik handelt, fehlt alles von der Person was ab dem Hals abwärts liegt.

Dem Hals sind einige Adern und Verläufe unter der Haut zu entnehmen, jedoch nur in einer Detailgröße, die dem Rest der Kopfplastik entspricht.

Die Darstellung des Gesichtes, zum Beispiel die angehobenen Mundwinkel und fast geschlossenen Augen durch hochgezogene Wangen, lässt ein Lächeln, ein Gefühl der Freude und des Glückes der Frau entnehmen.

Doch es handelt sich nicht nur um ein Lächeln, da die Falten in der Mund-, Wangen- und Augenregion bei Personen nur temporär und bei starken Gesichtsausdrücken auftreten. Daraus lässt sich erschließen, dass es sich bei der Darstellung der Person um eine lachende Frau handelt.

Wie dem Namen das Werkes schon zu entnehmen ist, soll das digitale Werk aus einem roten Edelstein, Rubin, bestehen, welcher in solch einer Menge und Qualität nicht nur äußerst kostspielig wäre, sondern auch unbezahlbar für den durchschnittlichen Bürger in der Realität ist. Da die gesamte Plastik aus diesem Material zu sein scheint, entsteht eine Relation zum Gesichtsausdruck, da hier nicht nur ein äußerst großer und somit teurer Edelstein präsentiert wird, sondern ein Material einer lachenden Kopfplastik, was untypisch ist, da solche Materialien nur in Schmuck und sonstigen Luxusgütern zu finden ist, doch LNK hier zur Darstellung einer Emotion nutzte die jeder Mensch mit jedem beliebigen Einkommen ausdrücken könnte, oder auch aus jedem anderweitigen Material modelliert werden könnte.

Der Künstler vermittelt damit den Wert der Emotion Freude. Der Edelstein mag zwar unbezahlbar sein, jedoch nicht die menschliche Emotion und Reaktion, Stichwort Lachen können. Dem Rezipienten soll bewusst werden das jegliches Einkommen keine Rolle spielt, wie die Materialwahl, denn sei das Werk aus Holz, oder auch aus Rubin: Lachen und Freude haben ist mit allem möglich.

Ein weiteres Indiz für die These der Materialwahl ist die Verarbeitung als solches. So wurde es nicht fein und möglichst detailgetreu für den theoretischer Preis des Stoffes gearbeitet, sondern mehr grob und teils ungenau, mit kleinen Fehlern die zusätzlich in die sonst so glatte Oberfläche des Steines eingearbeitet wurden, was an Kopfplastiken aus Ton, oder Lehm erinnert. So existieren parallel zum eigentlichen Rendering der 360 Grad Umsicht auch eine Version mit jeweils einer hellbraunen und effektfreien Textur, in welcher ebenfalls alle zusätzlichen Objekte, wie den Raum und die Austellugnsplattform entfernt wurden, womit LNK einen genauen Einblick in sein Werk und die Modellierung der Plastik ermöglicht.

Dies lässt sich auch anhand des Kontextes des Künstlers bestätigen, welcher sein Werk in mitten einer Gruppe weiterer Künstler kreierte, die ihm Gegensatz zu ihm mit den jeweils genannten Stoffen, Ton und Lehm, selbst Kopfplastiken erstellt haben. So könnte er sich daran orientiert und es als Bereicherung seines eigenen Werkes verwendet haben.

Doch nicht nur die Kopfplastik verrät die Relation zwischen reiner menschlicher Emotion, sondern auch die Austellungsform. Während sonst selbst der noch so kleinste Rubin und jegliches wertvolle Kunstobjekt stark gesichert aufbewahrt wird und maximal durch gesichertes Glas zu erblicken ist, bestand LNK nur auf die Anlehnung einer Vitrine. Jegliches Glas scheint komplett zu fehlen und nur ein Rahmen aus Metall ist zu erkennen, was einerseits die Freiheit bietet und mit dem Gestell jedoch den Rezipienten immer wieder an die Situation erinnert die Gelegenheit zu besitzen mit einem solch einem theoretisch unmenschlich teuren Objekt die Nähe zu teilen. Somit stellt er nicht nur den Wert von Material und Emotion auf eine Ebene, sondern auch den theoretischen Rezipienten, da dieser freien Zugang zum Werk hat und somit im exakt gleichen Raum mit dem Kunstobjekt sich befindet. Zwar mag der Raum, das Museum und auch das gesamte theoretische Gelände gesichert sein, doch für die Betrachtung des Kunstwerkes ist der theoretische Rezipient frei und gleichgestellt.

Dafür finden sich auch Punkte in der Kopfplastik, denn sie ist nicht groß und mächtig, oder über dem Rezipienten, sondern erblickt ihm beim Lachen horizontal. Daher wurde die „Rubin lady“ ebenfalls laut dem Künstler in realistischen Maßen eines echten Menschens modelliert.

Die Wahl des Geschlechtes scheint keine Bedeutung nach dem Kontext der Produktion zu haben, da sich LNK bei der Modellierung an den ihm freizugänglichen Maße aus seinem Kunstkurs orientiert hat.

Selbstkritik aus der Perspektive des Künstlers

Die digitale Modellierung gab mir die Möglichkeit eine unrealistische abstrakte Kopfplastik zu erstellen, die selbst mit Ton nicht umsetzbar wäre, oder auch die realistische Darstellung von Haut und Haaren würde die Möglichkeit mehr ausreizen. Ein weiterer Punkt ist die in meinen Augen schwammige Begründung meiner Intention hinter dem Werk. So passt der Name „Rubin Lady“ nicht vollständig zum Werk, da der Edelstein Rubin Transparenz aufweist und die Textur des digitalen Werkes mehr einem Achat zu zuordnen ist

Ein weiterer Punkt ist der Nachteil der Textur, da diese mit Reflexionen zum Problem führt das einige Details, wie zum Beispiel Falten, nach dem Rendering fast gänzlich weggefallen sind, weshalb ich anbei zum physikalisch basierten Rendering eine möglichst effektfreie Version mitbeilegte.

Insgesamt bin ich jedoch äußerst zufrieden mit meinem Ergebnis, dafür es das erste Mal war das ich organisch und dementsprechend mit neuen Werkzeugen in Cinema 4D modellieren musste

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Leon Niclas Kraft

Leon Niclas Kraft

Abiturient 2020 im Profil für Kommunikation und Design. Angehender Student im Studiengang Digitale Bremen an der Universität Bremen.
3D-Modeling und Rendering, Grafikdesign und Motiondesign.